Mit Ortsplanung die Dorfentwicklung steueern
Die demografischen und baulichen Veränderungen in Turbenthal veranlassen den Gemeinderat, die Dorfentwicklung präziser zu steuern. Ein Mittel dazu ist eine Bauordnung. Ein erster Anlauf misslingt allerdings: Die Gemeindeversammlung weist am 21. Oktober 1960 die geplante Bauordnung zurück. Aber der Gemeinderat gibt nicht auf. Unmittelbar nach der Rückweisung beginnt er mit der Ausarbeitung einer neuen Bauordnung. Dabei bezieht er Interessenvertreter aus dem Gewerbe, der Landwirtschaft, der Hauseigentümer, der Mieter und der Industrie mit ein. Es entsteht eine sehr grosszügige Bauordnung, die dem Wachstum nur wenig Grenzen setzt und 1961 vom Stimmvolk gutgeheissen wird.
Der Erhalt des Bestehenden im Vordergrund
1974 wird sie ein erstes Mal überarbeitet. Noch immer geht sie von auf einem ungebremsten Wachstum aus. Doch dann kehrt der Wind: Umweltthemen und nachhaltige Entwicklung werden wichtiger, was sich in der 1983 überarbeiteten Bau- und Zonenordnung (BZO) widerspiegelt. Ihre Planungsbasis ist ein gleichmässiges, langsames Bevölkerungswachstum für eine Gemeinde mit höchstens 4'000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Die Ziele orientieren sich weit mehr am Erhalt des Bestehenden als an der Förderung von Wachstum.
Wahrung der Eigenart und Identität
Das ist – auch wenn die Bevölkerungszahl inzwischen bei über 5'000 Personen liegt – heute nicht anders, hält Artikel 4 (Grundhaltung) der geltenden BZO doch fest: «Die Wahrung der Eigenart und Identität von Turbenthal als Dorf im Zentrum des Tösstals und der charakteristischen Weiler ist ein zentrales Anliegen.»
Mehr dazu im Buch "1200 Jahre Turbenthal", S. 235 - 237