EIN IN ALLEN BEREICHEN NEUES TURBENTHAL
Zwischen 1950 und 2000 verändern sich die wirtschaftlichen Schwerpunkte in der Schweiz gleich mehrmals. In Turbenthal bildet sich diese Entwicklung deutlich ab. Noch 1960 zählt die hiesige Landwirtschaft 118 Vollerwerbsbetriebe und ist ein bedeutender Wirtschaftszweig. Am Ende der 90er Jahre sind es nur noch 50. Für das Jahr 2024 gibt das statistische Amt noch 46 Betriebe in der Land- und Forstwirtschaft an.
Auf- und Abstieg der Industrie
Während die Landwirtschaft an Bedeutung verliert, boomt zunächst der Bau- und Industriesektor. Der Bausektor profitiert vom Bevölkerungswachstum nach 1950 und zählt 1955 in Turbenthal stolze 70 Betriebe mit 664 Angestellten. Aber schon bald müssen viele dieser Unternehmen schliessen. Nach einem Tiefpunkt während der Wirtschaftskrise der 70er Jahre pendelt sich der Stand um 1990 bei 50 Unternehmen mit etwa 900 Beschäftigten ein. In den folgenden Jahren müssen aber viele Firmen Arbeitsplätze abbauen oder aufgeben, sodass 2024 in diesem Sektor noch 266 Vollzeitstellen verbleiben.
Die Dienstleistungen als Spitzenreiter
Zum mit Abstand wichtigsten Wirtschaftszweig entwickelt sich, nicht nur in Turbenthal, der Dienstleistungsbereich. 1965 verfügt die Tösstaler Gemeinde erst über 25 Betriebe, die dem Tertiärsektor zugerechnet werden. 1996 sind es bereits 127 mit rund 385 Beschäftigten. Heute zählt Turbenthal 233 Firmen im Dienstleistungsbereich, die – umgerechnet auf Vollzeitäquivalente – 1299 Arbeitsplätze bieten.
Alle anderen Bereiche verändern sich auch
Selbstverständlich machen die Veränderungen auch vor allen übrigen Bereichen nicht halt. Ganz erheblich ist der Wandel im Schulwesen. Die steigenden Schülerzahlen und neue Unterrichtsmethoden rufen nach mehr Raum. Aber auch für alle anderen gesellschaftlichen Gruppen braucht es neue Angebote: für die alten Menschen genauso wie für die Jugend.
Mehr dazu im Buch "1200 Jahre Turbenthal", S. 266 - 269