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Harter Boden für politisierende Frauen

Die Frauen haben in der Schweiz seit 1971 das aktive Stimm- und Wahlrecht. Wäre es nach den Turbenthaler Männern gegangen, hätten sie auf die politische Gleichberechtigung noch lange warten müssen, Denn diese stimmen stets dagegen.

Stets gegen das Frauenstimmrecht

1969 nehmen die Stimmbürger auf kantonaler Ebene eine Verfassungsänderung an, die es den Gemeinden erlaubt, auf kommunaler Ebene das Frauenstimmrecht einzuführen. 120 Gemeinden im Kanton stimmen dieser Verfassungsänderung zu, Turbenthal lehnt sie ab. Auch als am 15. November 1970 über das kantonale Stimm- und Wahlrecht für Frauen an der Urne entschieden wird, sagen die Turbenthaler Männer nein – und sehen sich erneut in der Minderheit. Aber sie bleiben sich treu, denn als es am 7. Februar 1971 um das schweizweite Stimm- und Wahlrecht für Frauen geht, sagen sie einmal mehr nein. Abwenden können sie die längst fällige Reform trotzdem nicht, denn eine deutliche Mehrheit der Schweizer Männer sieht die Notwendigkeit dieses längst fälligen Schrittes ein. 

Erika Bärlocher - erste Turbenthaler Gemeinderätin

Bis die Turbenthaler Frauen im Gemeinderat sichtbar werden, vergeht aber noch einige Zeit. 1986 wird mit Erika Bärlocher die erste Frau in den Gemeinderat gewählt. Aber der Anteil an Frauen in der kommunalen Politik bleibt minim. 2022 werden erstmals in der Geschichte Turbenthals drei Frauen in den Gemeinderat gewählt – ein Rekord.

Mehr dazu im Buch "1200 Jahre Turbenthal", S. 247 - 249

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