Ein Rank schreibt Geschichte, Teil 1
Der Autoverkehr sorgt in Turbenthal immer wieder für kommunalpolitische Auseinandersetzungen. Gleich zweimal, nämlich 1967 und 2024, steht der sogenannte «Kirchenrank» im Zentrum. Wegen des stark anwachsenden Autoverkehrs ist die enge Kurve zunehmend zum Verkehrshindernis geworden. Immer wieder touchieren Lastwagen das Scheuermeier-Haus, das auf das Jahr 1837 zurückgeht.
Stimmbürgervereinigung Pro Turbenthal
1967 bildet sich die Stimmbürgervereinigung Pro Turbenthal. Als erstes nimmt sie sich des Kirchenranks an. Für sie ist klar, dass das Scheuermeier-Haus weichen muss, damit der Autoverkehr freie Fahrt hat. Sie steht damit in krassem Gegensatz zum Gemeinderat. Aber Pro Turbenthal kann eine Mehrheit der Bevölkerung hinter sich scharen. Der Gemeinderat erhält den Auftrag, das Haus zu kaufen und es abzubrechen. Noch leistet er Widerstand, aber im Juli 1968 entscheidet die Gemeindeversammlung definitiv, das Haus dem Erdboden gleichzumachen.
Abbruch des Scheuermeier-Hauses
Die Stimmbürgervereinigung Pro Turbenthal schreitet gleich selbst zur Tat und bricht das Scheuermeier-Haus quasi über Nacht ab. Sie kommt damit der Zürcher Denkmalpflege zuvor, die das Gebäude nun nicht mehr schützen kann. 1971 werden drei weitere Häuser abgerissen, und jetzt endlich kann der Rank «autofreundlich» gestaltet werden.
1969 wird der Pro-Turbenthal-Präsident Walter Müller Gemeindepräsident und bleibt es bis 1978.
Mehr dazu im Buch "1200 Jahre Turbenthal", S. 251 - 253