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Landwirtschaftlicher Wandel

Bauernfamilie Wäckerli um 1915 . (Quelle: Archiv Christian Meier
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Wenn auch Turbenthal das «Dorf ohne Zelgen» genannt wird, so ist der dominierende Wirtschaftszweig in den umgebenden Dörfern und Weilern doch die Landwirtschaft.

Dreizelgen-Wirtschaft

In der Bewirtschaftung der Ackerflächen setzt sich hier schon früh die Dreizelgen-Wirtschaft durch. Diese Methode verlangt unter den Bauern eine klare Absprache, wann welche Zelge wie bewirtschaftet wird. Absprachen braucht es auch für die gemeinsame Nutzung der Weiden, des «Gmeiwerchs», für das Holzschlagen im Wald so weiter. 

Wandel ab 1750

Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts beginnt sich Landwirtschaft zu wandeln. Die «Physikalische (später Naturforschende) Gesellschaft», in der sich Vertreter der Zürcher Herrschafts- und Bildungselite zusammenschliessen, propagiert die Ablösung der Dreizelgen-Wirtschaft. Die Ökonomische Kommission der Gesellschaft ist der Ansicht, dass die Landwirtschaft für die wachsende Bevölkerung nur dann genügend Nahrungsmittel produzieren könne, wenn sie auch das während eines Jahres brachliegende Drittel der Zelgen intensiv bewirtschafte. 
In Turbenthal kommt die neue Devise aus Zürich zuerst nicht gut an. Aber mit der Zeit beginnen auch die Turbenthaler Bauern wirtschaftlicher zu produzieren. Die Dreifelder-Wirtschaft geht langsam und stetig zugunsten intensiverer Anbaumethoden zurück.

Mehr dazu im Buch "1200 Jahre Turbenthal", S. 76 - 82