Die Schule als Nebenfach
In den Landgemeinden ist die Schule bis zum liberalen Umbruch von 1831 für die meisten Kinder ein Trauerspiel. Ausgenommen sind Kinder von sehr wohlhabenden Familien, die sich eine teure Privatschule oder einen Privatlehrer leisten können.
Tiefes Bildungsniveau der Lehrer
Die übrigen Kinder werden von den örtlichen Geistlichen unterrichtet oder von Männern, deren Bildungsniveau kaum besser ist als das ihrer Schülerinnen und Schüler.
1637 wird die Schule zwar als obligatorisch für das ganze Jahr erklärt. Im Winter wird dabei den ganzen Tag, im Sommer an einem halben Tag unterrichtet. Aber das ist Theorie. Wenn die Kinder für die Arbeit auf dem Hof oder am Spinnrad benötigt werden, bleiben sie zu Hause.
Die private Stube als Schulzimmer
Lange Jahre unterrichtet der Schulmeister in seiner privaten Stube. 1638 richtet man in Turbenthal eine erste Schulstube ein. Auch in Neubrunn ist eine Schulstube aus dem 17. Jahrhundert bezeugt. Im 18. Jahrhundert folgen verschiedene weitere Schulstuben in der weitläufigen Gemeinde. Auch eine frühe Oberstufenschule – die Repetierschule – ist ab dem 18. Jahrhundert bezeugt. In der Repetierschule wird kein neuer Schulstoff vermittelt, sondern das Gelernte wiederholt.
Mehr dazu im Buch "1200 Jahre Turbenthal", S. 92 - 95