Armut und wie sie bekämpft wird
Die Armut ist ab dem Mittelalter in Turbenthal fast allgegenwärtig. Ab dem 17. Jahrhundert nimmt sie deutlich zu, und im 18. und 19. Jahrhundert erreicht sie einen Höhepunkt. In der Mitte des 18. Jahrhunderts zählt Turbenthal über 50 armengenössige Familien und – was separat ausgewiesen wird – 75 armengenössige Schulkinder.
Spärliche Armenpflege
Für die sehr spärlich ausgerichtete Armenpflege sind zwei Institutionen zuständig. Die wichtigste ist die Kirche und hier der Stillstand, wie die Kirchenpflege damals heisst. Auch die Landenberger als Schirmherren der Kirche unterstützen die Armen, allerdings nur in bescheidenem Umfang.
Von den Landenberg zum Almosenamt
Die zweite Institution, die die Armen unterstützt, ist dem Staat unterstellt und geht aus den Klosterschliessungen hervor. Das Frauenkloster Töss wird 1525 im Zuge der Reformation geschlossen. Es wird vom Stadtstaat Zürich zu einem Amt, also einer Verwaltungseinheit gemacht, und zwar zu einem Almosenamt, das die Armen mit Brot und mit einem Monatsgeld unterstützt.
Die Armenpflege bleibt auch nach der liberalen Revolution von 1831 noch lange in der Obhut der Kirche.
Mehr dazu im Buch "1200 Jahre Turbenthal, S. 89 - 92