Start der Sekundarschule
Das Sekundarschulgesetz von 1833 schafft die Grundlage für die Bildung von Sekundarschulen. Turbenthal wird dabei mit Zell, Wila und Wildberg in einem Schulkreis zusammengeschlossen. Die Organisation der Sekundarschule ist zunächst recht kompliziert, denn jede Primarschulpflege muss zwei Personen in die Sekundarschulpflege delegieren. Hinzu kommen zwei Schulpfleger, die von der Bezirksschulpflege bestimmt werden. Aus diesem Gremium wird eine Kommission mit fünf Mitgliedern gebildet, die praktisch alle Kompetenzen erhält, um die Sekundarschule zu leiten.
Sekundarschulbesuch kostenpflichtig
Der Besuch der Sekundarschule, die anspruchsvoller ist als die Repetierschule, ist in den ersten Jahrzehnten nicht kostenlos. Für viele Kinder in den armen Tösstaler Gemeinden stellt das ein grosses Hindernis dar. Immerhin: Der Kanton steuert zu Beginn 400 Franken pro Schule bei, dann 720 (1836) und schliesslich 800 Franken (1838). Erst ab den 1870er Jahren wird die Sekundarschule kostenlos. Aber solange will man in Turbenthal nicht warten. Schon beim Start bietet die hiesige Sek einige kostenlose Schulplätze für Kinder aus armen Verhältnissen an.
Die Sekundarschule wächst
Die Zahl der Sekundarschüler und -schülerinnen steigt laufend, obwohl sich das Einzugsgebiet verkleinert. Zunächst spaltet sich das zu Zell gehörende Dorf Kollbrunn vom Sekundarschulkreis Turbenthal ab, dann der Rest von Zell. Ein Jahr später folgt Wila, sodass ab 1893 nur noch Turbenthal und Wildberg einen gemeinsamen Sekundarschulkreis bilden. Dieser hat bis heute Bestand.
Mehr dazu im Buch "1200 Jahre Turbenthal", S. 140 - 145