Chaotischer Start in die neue Zeit
Nach der Annahme der neuen Verfassung müssen auch die Gemeindebehörden neu gewählt werden. Die ersten Wahlen unter der liberalen Kantonsverfassung verlaufen in Turbenthal sehr chaotisch. Gewählt wird nicht wie heute an der Urne, sondern an der Gemeindeversammlung.
Tumult während der Wahl
Die erste Versammlung muss wegen eines Tumultes abgebrochen werden. An einer zweiten Versammlung im Sommer 1831 werden vier Stimmen mehr in die Urne gelegt, als anwesende stimmberechtigte Männer gezählt worden sind. Beim dritten Versuch sind nur gerade 200 der rund 500 Stimmberechtigten anwesend, zu wenige für eine ordentliche Wahl.
Winterthur macht Druck
Nun setzt der Bezirkshauptort Winterthur Druck auf. Denn am 1. August 1831 müssen alle neugewählten Behördenmitglieder dort zur Vereidigung erscheinen. Deshalb wird eine weitere Gemeindeversammlung auf den 31. Juli 1831 angesetzt – und endlich klappt es. Zum neuen Gemeindepräsidenten wird der frühere Gemeindeammann und Chirurg Hans Jakob Rebsamen gewählt, der dieses Amt bis 1835 ausübt. Er kommt aus Tablat. Alle anderen Zivilgemeinden dürfen einen Gemeinderat stellen. Schon 1835 wird der Gemeinderat jedoch auf die Hälfte verkleinert.
Mehr dazu im Buch "1200 Jahre Turbenthal", S. 125 - 127