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Das Dorf für Gehörlose

Die "Anstalt für schwachbegabte, gehörlose Kinder" im Jahr 1920. (Quelle: Archiv Christian Meier).

Das Gehörlosendorf Turbenthal zählt seit vielen Jahren zu den wichtigen Institutionen der Tösstaler Zentrumsgemeinde. Seine Anfänge gehen auf das Jahr 1902 zurück. In diesem Jahr schenkt Hermann Herold-Wolff das Schloss Turbenthal der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft mit dem Ziel, darin eine «Anstalt für schwachbegabte taubstumme Kinder» zu eröffnen. 1905 wird die Anstalt eingeweiht und bereits einige Jahre später erweitert. 

Wandel zum Arbeits- und Altersheim

Ab den späten 1930er Jahren geht die Zahl taubstummer Kinder zurück, da man die Erkrankung des Gehörs dank der Abgabe jodierten Salzes und medizinischer Fortschritte gut bekämpfen kann. Deshalb wird die Turbenthaler Anstalt 1940 in ein Arbeits- und Altersheim für taubstumme Erwachsene umgewandelt. Seither hat die Institution zahlreiche Anpassungen und Modernisierungen durchlaufen. Heute ist das Gehörlosendorf eine führende Einrichtung für taubstumme Menschen, die grossen Wert auf deren Integration in die Gemeinde legt und dabei beachtliche Erfolge verzeichnet.

Mehr dazu im Buch "1200 Jahre Turbenthal", S. 195 - 197