Die Schule wird Hauptfach
Eine wesentliche Errungenschaft der liberalen Revolution von 1831 ist die Loslösung des Schulunterrichts von der Kirche. Die Verantwortung für die als obligatorisch erklärte Volksschule übernimmt nun der liberale Staat. In Windeseile wird eine Schulreform umgesetzt. Bezirks- und Gemeindeschulpflegen werden gegründet, das Seminar Küsnacht für die Ausbildung von Lehrern geschaffen, eine Schulsynode ins Leben gerufen, die Grundlagen für eine Sekundarschule gelegt und der Unterricht geregelt.
Volksschulgesetz von 1832
Wegweisend wird das Volksschulgesetz von 1832. Es schreibt eine sechsjährige Primarschule vor, die damals Alltagsschule heisst. Daran schliesst für die meisten Schülerinnen und Schüler die dreijährige Repetierschule an, die um die Sekundarschule ergänzt wird. Die Sekundarschule ist bis 1877 kostenpflichtig, was in den ersten Jahrzehnten zu einer «natürlichen» oder eher wohlstandsabhängigen Auslese der Sekundarschülerinnen und -schüler führt.
Ein Test für Lehrpersonen
Die Lehrpersonen müssen sich einem Test im Seminar Küsnacht unterziehen. Von den Turbenthaler Lehrern besteht nur einer den Test ohne Vorbehalte, ein weiterer mit Auflagen. Aber auch diejenigen, die den Test nicht bestehen, können oft weiter unterrichten, weil ausgebildete Lehrer noch fehlen.
Schulpflege und Schulgenossenschaften
Neu sind auch die Schulgemeinden. In Turbenthal werden eine zentrale Schulpflege und verschiedene Scnulgenossenschaften geschaffen.
Mehr dazu im Buch "1200 Jahre Turbenthal", S. 131 - 135