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Ein Kleinbauersohn wird Seminardirektor

Johann Ulrich Rebsamen (1825 - 1897). (Quelle: Broschüre Johann Ulrich Rebsamen)

Nichts verdeutlicht besser, welche Chancen der Liberalismus auch ärmeren Bevölkerungsschichten bietet, als die Laufbahn von Johann Ulrich Rebsamen (1825–1897), der Sohn eines Turbenthaler Kleinbauern. Eigentlich hätte er, wie viele Turbenthaler Kinder, nach der Alltagsschule die Repetierschule besuchen sollen. Aber Vikar Theiler sieht das Potenzial des Knaben und überredet dessen Eltern, ihm den Besuch der Sekundarschule zu ermöglichen. 

Am Lehrerseminar Küsnacht


Rebsamen ist so begabt, dass er 1844 an das Lehrerseminar Küsnacht wechseln kann, wo er wenig später Übungslehrer – eine Art Hilfslehrer – wird. Aber es zieht ihn zuerst nicht in die Schulstube, sondern in die Kirche. Er studiert in Zürich Theologie und wird 1850 ordiniert. Dann macht er sich auf nach Berlin. Den Studienaufenthalt in der deutschen Hauptstadt kann er sich nur dank eines Stipendiums des Kantons Zürich leisten. Nach diesem Aufenthalt wird er Pfarrer in Fischenthal. Dann aber wählt er definitiv das Bildungwesen für seinen beruflichen Weg.

Direktor des Lehrerseminars Kreuzlingen

Das Lehrerseminar in Kreuzlingen beruft ihn zum Direktor, wo er von 1854 bis 1897 wirkt. Gleichzeitig ist er Sekundarschul-Inspektor und Erziehungsrat. 
Von 1866 bis 1874 ist er zudem Redaktor bei der «Schweizerischen Lehrerzeitung» und bis 1894 Mitglied im Zentralausschuss des Schweizerischen Lehrerverbandes. 

Mehr dazu im Buch "1200 Jahre Turbenthal", S. 135 - 137