Navigieren in Turbenthal

Internierte in Turbenthal

Die Schweiz wird zwar nicht direkt in die Kriegshandlungen einbezogen, schützt aber ihre Landesgrenzen mit einem nicht unbeträchtlichen Truppenaufgebot. Die Auswirkungen des Krieges sind trotzdem allgegenwärtig. Als Frankreich im Blitzkrieg der Wehrmacht zusammenbricht, überqueren am 19. Juni 1940 rund 20'000 französische und 12'500 polnische Soldaten auf der Flucht im Jura die Grenze. 

185 Internierte in Turbenthal

Insgesamt suchen während des Zweiten Weltkrieges rund 100'000 Soldaten verschiedener Kriegsparteien Zuflucht in der Schweiz. Die ist zunächst mit der Unterbringung dieser grossen Zahl geflüchteter Soldaten überfordert. Dann aber werden 1'200 Gemeinden mit dieser Aufgabe betraut. Turbenthal werden 185 Soldaten zugeteilt, Wila 103. Unter den Internierten befinden sich auch ein General und dessen Stab. Als Quartier wird den hohen Offizieren das Gyrenbad zugewiesen. 

Gastfreundliche Turbenthaler

Eigentlich gilt für die Internierten ein strenges Regime. Es ist genau festgelegt, was sie dürfen und was nicht. Kontakte zur einheimischen Bevölkerung sind so gering wie möglich zu halten. Die Turbenthaler interessieren diese Gebote und Verbote wenig. Schon acht Tage nach Ankunft der fremden Soldaten veranstaltet der Fussballclub ein grosses Sportfest. Und auch der Frauenverein Turbenthal kümmert sich engagiert um das Wohl der Internierten. 
Im Januar 1941 kehren die französischen Soldaten wieder in ihre Heimat zurück. Die polnischen Internierten bleiben bis 1945.

Mehr dazu im Buch "1200 Turbenthal", S. 227 - 228.