Der Bau des Schulhauses Risi
Das Schulhaus Risi entsteht in den Jahren 1914 und 1915. Es ist ein Bau, den man näher betrachten muss, nicht nur, weil er zu Beginn des Ersten Weltkrieges entsteht.
Ein Bau inmitten einer grossen Krisenzeit
Als Turbenthal den Neubau des Schulhauses in Angriff nimmt, geht es der Gemeinde schlecht – nicht nur wegen des Krieges. Die Kassen sind leer und die wirtschaftlichen Perspektiven düster. Die Bevölkerungszahlen sinken. 1910 zählt Turbenthal 2'153 Einwohnerinnen und Einwohner, etwa 200 weniger als 1850. In diesem Kontext ist das neue Schulhaus eigentlich viel zu gross. Bis 1950 wird es den Schülerinnen und Schülern des Dorfes genug Platz bieten.
Ein Schulhaus für Lebensmut in der Zukunft
Wieso baut man ein so grosses und teures Schulhaus mitten im Ersten Weltkrieg? Die Interpretation, dass die Investition in die Schulinfrastruktur zugleich als Investition in die Zukunft der Gemeinde gesehen wird, ist sicher nicht falsch. Sie wird bei der Eröffnung 1915 bestätigt. So schreibt der Tössthaler einige Tage vor der Eröffnung: «Gleich wie wir Schweizer mitten im kriegsdurchtobten Europa als einsame Friedensinsel uns herausheben, ist mitten in diesen wilden Kriegsjahren in Turbenthal ein Werk des Friedens entstanden: ein neues Schulhaus für die Primarschulen Turbenthal-Hutzikon.»
Das neue Schulhaus Risi ist aber mehr als ein Werk des Friedens. Es signalisiert, dass man an die Zukunft von Turbenthal glaubt.
Mehr dazu im Buch "1200 Jahre Turbenthal", S. 203 - 205