Viel Lärm aus der Luft
Seit der Jahrtausendwende hat Turbenthal mit einer Herausforderung zu kämpfen, der kaum beizukommen ist: mit dem zunehmenden Fluglärm. Schuld daran ist der sogenannte «Fluglärmstreit» zwischen der Schweiz und Süddeutschland. Die Deutschen verlangen, die Flüge über ihr Territorium im Grenzgebiet zu reduzieren und streng zu begrenzen. Als sich keine Lösung abzeichnet, begrenzt Deutschland einseitig die An- und Abflüge zu den Abend- und Nachtzeiten.
Neues Anflugverfahren - mehr Fluglärm
Die Schweiz reagiert mit neuen Anflugverfahren, die unter anderem Turbenthal stark belasten. Turbenthal engagiert deshalb sich im Kreis derjenigen Gemeinden, die sich energisch gegen den starken Fluglärm wehren. Sie reichen die kantonale Initiative «Für eine realistische Flughafenpolitik» ein, die die jährlichen Flugbewegungen begrenzen und die Nachtsperrzeit verlängern will. Die Initiative wird deutlich verworfen. Angenommen wird der Gegenvorschlag des Kantons, der den sogenannten «Zürcher Fluglärm-Index» einführen will. Das Ziel dieser Berechnungsmethode ist, dass künftig nicht mehr als 47'000 Menschen im Umkreis des Flughafens von starkem Fluglärm gestört werden dürfen. Nicht ganz überraschend zählt die Turbenthaler Bevölkerung leider zu diesen 47'000 Menschen.
Kaum Solidarität im Kanton Zürich
Turbenthal gibt im Verbund mit den anderen betroffenen Gemeinden aber nicht auf. Aber die Vorstösse für Fluglärmreduktionen enden stets ohne Erfolg. So stimmt die Zürcher Bevölkerung 2024 gegen den Willen Turbenthals der Verlängerung der Piste 28 zu. Die Folge: Noch mehr Fluglärm für die bereits lärmgeplagten Gemeinden. Wer selber nicht von Lärm betroffen ist, mutet ihn anderen offensichtlich gerne zu.
Mehr dazu im Buch "1200 Jahre Turbenthal", S. 310 - 312