Raum für Flüchtlinge
Ab dem Ende der 90er Jahre wächst die Zahl der Flüchtlinge in ganz Europa, auch in der Schweiz. Aber es fehlt an geeigneten Unterkünften. Verzweifelt sucht der Bund nach Orten, um Asylsuchende mindestens vorübergehend unterbringen zu können.
Schmidrüti als Notunterkunft
1999 erklärt das Bundesamt für Flüchtlinge (BFF), dass der ehemalige Militärstützpunkt Schmidrüti als Notunterkunft genutzt werden soll. Der Gemeinderat erklärt sich einverstanden, und schon bald ziehen 50 – andere sprechen von 80 – Flüchtlinge in die ehemalige Soldatenunterkunft ein. Aber den Flüchtlingen aus dem Kosovo gefällt der Ort nicht. Er sei trostlos und zu abgelegen. So wird die Schmidrüti nur eine kurze Zeit als Notunterkunft genutzt und dann wieder aufgehoben.
Widerstand gegen erneute Nutzung der Schmidrüti
Als 2012 die Flüchtlingsströme erneut anschwellen, steht die Unterkunft in der Schmidrüti wieder zur Debatte. Aber nun wehrt sich die Gemeinde gegen das Ansinnen des Bundes. Die Erfahrungen seien beim ersten Mal nicht gut gewesen, der Standort sei einfach nicht ideal. Lange Zeit hält der Bund aber an seinem Vorhaben fest und wird dabei auch vom Kanton Zürich unterstützt. Dann wird der Plan aber unversehens versenkt, denn der Bund merkt, dass in der Schmidrüti nur maximal 80 Asylsuchende untergebracht werden können, während er Zentren für mindestens 200 sucht.
Seither muss Turbenthal nur noch diejenigen Asylsuchenden aufnehmen, die der Gemeinde gemäss dem kantonalen Verteilschlüssel zugeordnet werden.
Mehr dazu im Buch "1200 Jahre Turbenthal", S. 308 - 310