Der christliche Glaube erreicht Turbenthal
Als Turbenthal im Jahr 825 das erste Mal in einer Urkunde auftaucht, hat sich die
Bevölkerung längst dem christlichen Glauben zugewandt. Das Christentum setzt sich unter dem fränkischen König Dagobert I. an der Wende vom 6. zum 7. Jahrhundert in der nachmaligen Schweiz grossflächig durch.
Perchtard verschenkt seine Güter
Sichtbar wird dies anhand zahlreicher Klostergründungen wie unter anderem dem Benediktinerkloster in St. Gallen, das im Jahr 709 entsteht und in Turbenthal eine wichtige Rolle spielen wird. Der Grund für die erste urkundliche Erwähnung der Siedlung liegt nämlich darin, dass der alamannische Adlige Perchtard seine Güter dem Kloster St. Gallen schenkt. Als Gegenleistung erwirkt er, dass das Kloster bis an sein Lebensende für seinen Lebensunterhalt aufkommt.
Schutz vor den Karolingern
Es sind mindestens zwei weitere alamannische Adlige bekannt, die ihre Güter dem Kloster St. Gallen vermacht haben: Alitrich im Jahr 829 und Reginbert im Jahr 837. Die zahlreichen Schenkungen hängen vermutlich damit zusammen, dass die Alamannen in dieser Zeit stark unter Druck stehen. Die Karolinger haben ihr Herrschaftsgebiet gefestigt und damit begonnen, die Alamannen darin einzugliedern, das heisst ihre Freiheiten massiv einzuschränken. Wer sich dem karolingischen Anspruch nicht beugt, muss damit rechnen, dass seine Güter eingezogen und er selber hingerichtet wird. Mit ihren Schenkungen an das Kloster St. Gallen entziehen sich die alamannischen Grundbesitzer dem Zugriff der Karolinger.
Mehr dazu im Buch "1200 Jahre Turbenthal", S. 30 - 33.