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Der Aufstieg der Landenberger

Am Ende des 9. Jahrhunderts verfügt das Kloster St. Gallen über einen praktisch

Burg Breitenlandenberg nach einer Radierung von David Herrliberger. (Quelle: Wikimedia Commons)

lückenlosen Grundbesitz entlang der Linie Wila-Turbenthal-Hutzikon-Kehlhof-Oberhofen. Um diesen Besitz zu verwalten, benötigt es einen Stellvertreter vor Ort, den sogenannten «Meier».

Der erste Turbenthaler Meier

Der erste Turbenthaler Meier, der namentlich bekannt ist, heisst Beringer von Turbanthum. Er taucht am 2. Juli 1177 in einer Urkunde auf. Aber das Adelsgeschlecht der von Turbanthum kann sich nicht lange halten. 
An seine Stelle treten die Landenberger. Wo ihre Ursprünge liegen, ist nicht ganz klar. Die einen vermuten, das Adelsgeschlecht sei aus den von Turbanthum hervorgegangen, andere glauben, ihre Ursprünge lägen im Raum um den Bichelsee im späteren Kanton Thurgau.

Die Landenberger und ihre Karriere

Wie auch immer: Erwiesen ist, dass die Landenberger ihre «Karriere» in Turbenthal beginnen und zu einem sehr mächtigen Adelsgeschlecht mit verschiedenen Linien aufsteigen. Für Turbenthal am wichtigsten werden die Breitenlandenberger. Sie bauen am Übergang vom 12. zum 13. Jahrhundert die Burg Breitenlandberg, die ihr Herrschaftssitz wird. Erster Burgherr wird Hermann von Breitenlandenberg, der das Meieramt übernimmt wie auch zahlreiche Lehen und Besitze in der ganzen Region. 
Die Stellung der Landenberger erfährt ein Auf und Ab. Über die Jahrhunderte werden Rechte erworben und wieder verkauft. Im ausgehenden 15. Jahrhundert besitzen unterschiedlichste Mitglieder der inzwischen weitverzweigten Adelsfamilie in Turbenthal Rechte, angefangen bei der Pfarrkirche bis hin zu mehreren Grundbesitzen.

Frischhans von Breitenlandenberg

1494 treten einige von ihnen diese Rechte an den damaligen Burgherrn Frischhans von Breitenlandenberg ab. Damit werden klare Verhältnisse geschaffen. Frischhans von Breitenlandenberg übt nun als Meier in Turbenthal das niedere Gericht aus, zieht für übergeordnete Herren und sich selber die verschiedenen Abgaben ein und verfügt über die Rechte an der Kirche.
 

Mehr dazu im Buch "1200 Jahre Turbenthal", S. 36 - 39