Turbenthals Weg zur Eisenbahn
Am 3. Mai 1875 fährt zum ersten Mal ein Zug von Winterthur nach Bauma. Um 10.36 Uhr fährt er in Turbenthal ein. Die Eröffnung der Tösstalbahn wird mit einem grossen Fest gefeiert. Der Weg zur Eisenbahn ist aber alles andere als gradlinig verlaufen. Erste Initiativen zum Bau einer Eisenbahnlinie durch das Tösstal gehen bis ins Jahr 1855 zurück. Aber zunächst verlaufen alle Anstrengungen im Leeren.
Ein Komitee für den Eisenbahnbau
Erst als am 22. Mai 1870 eigens ein Komitee unter Leitung des Winterthurer Stadtpräsidenten Johann Jakob Stelzer gegründet wird, geht es vorwärts. Winterthur und die Tösstaler Gemeinden trommeln das nötige Aktienkapital zusammen. Das damals bitterarme Turbenthal steuert 80'000 Franken aus eigenen Mitteln und 40'000 Franken von Privaten bei. Insgesamt verfügt das Bahnunternehmen vor dem Baustart über ein Aktienkapital von 1'008'000 Franken – etwas wenig, wenn man bedenkt, dass die Baukosten auf 2,5 Millionen Franken veranschlagt worden sind.
1873 - Spatenstich für den Eisenbahnbau
Im Juli 1873 fällt der Startschuss für den Bau. Die Arbeiten kommen zügig voran, aber es sind einige Herausforderungen zu meistern: Der Standort des Bahnhofs in der Gemeinde Wald führt zu heftigen Streitereien. Die Vereinigten Schweizerbahnen wehren sich zunächst gegen die Mitbenutzung ihres Gleises, das vom Bahnhof Grüze in Oberwinterthur nach Winterthur führt, und die Schweizerische Nordostbahn lässt sich die Benutzung des Bahnhofs Winterthur als dessen Besitzerin teuer entgelten. Aber alle Schwierigkeiten werden gelöst, und am 3. Mai 1875 kann die Bahnlinie durch das Tösstal eröffnet werden. Ein Jahr später wird die Strecke von Wila nach Bauma in Betrieb genommen.
Mehr dazu im Buch "1200 Jahre Turbenthal", S. 171 - 174