Krisenjahre der Tössthalbahn
Schon wenige Jahre nach dem Start schlittert die Tösstalbahn in eine finanzielle Krise. Ausgelöst wird sie durch heftige Unwetter. Vom 11. bis 14. Juni 1876 sorgen sintflutartige Regenfälle für verheerende Überschwemmungen. Die Schäden an der Eisenbahnstrecke sind immens und die Reparaturen belaufen sich auch rund eine halbe Million Franken. Erst am 6. August kann der Bahnbetrieb wieder aufgenommen werden.
Unerbittliche Konkurrenz
Die Eisenbahngesellschaft muss ein neues Darlehen aufnehmen, um die Kosten stemmen zu können. Auch die grossen Konkurrenten Nordostbahn und Vereinigte Schweizerbahnen machen der Tösstalbahn das Leben schwer. Sie umfahren mit ihren Güterzügen das Tösstal, um der kleinen Konkurrentin keine Abgaben zahlen zu müssen.
Ein weiteres Hochwasser
Im Februar 1877 sorgt ein weiteres Hochwasser für neue Schäden und eine Betriebseinstellung bis in den März hinein. Es droht der Konkurs, und viele Gemeinden verlieren den Glauben an das Bahnunternehmen. Zu diesen Gemeinden zählt auch Turbenthal, das immer wieder Geld nachschiessen muss, aber selber so tief in den roten Zahlen steckt, dass der Regierungsrat damit droht, die Gemeinde unter Vormundschaft zu stellen. $
Das Blatt wendet sich
Erst 1879 wendet sich das Blatt. Die Tösstalbahn leitet umfassende Sparmassnahmen ein und kann noch im selben Jahr einen kleinen Betriebsgewinn schreiben. In den Folgejahren erarbeitet sie sich ein bescheidenes, aber sicheres finanzielles Fundament. 1918 wird die Tösstalbahn von den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) übernommen, 1951 wird der Betrieb auf Elektrizität umgestellt.
Mehr dazu im Buch "1200 Jahre Turbenthal", S. 174 - 177