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Eine teure Periode

Die Truppen Napoleons gehen bei der Besetzung der Schweiz rücksichtslos vor und plündern, wo sie nur können. Die französische Staatskasse ist stets leer, und mit den Plünderungen kann sie zumindest teilweise gefüllt werden. Darunter hat auch Turbenthal zu leiden. Aber es ist nicht nur Frankreich, das sich an den Vermögen der Gemeinden gütlich tut. 1799 brechen die Franzosen den zweiten Koalitionskrieg vom Zaun. Auf der Gegenseite stehen unter anderem die konservativen Staaten Österreich und Russland. 

Alle plündern Turbenthal

Zürich gerät in den Fokus zweier Schlachten. In der ersten vom 2. bis 4. Juni 1799 obsiegen die Österreicher, in der zweiten Schlacht vom 25. und 26. September desselben Jahres stellen die Franzosen die alte Ordnung wieder her. Immer wieder durchqueren in dieser Zeit französische, österreichische und russische Truppen die Zürcher Landgemeinden und plündern dabei, was es zu plündern gibt. Auch Turbenthal und alle seine Ortsteile sind von diesen Übergriffen betroffen. Die direkten Kriegskosten, welche das Tösstaler Dorf zu tragen hat, belaufen sich auf 6'055 Franken. Das ist sehr viel Geld für die arme Gemeinde. Noch schlimmer aber sind die Abgaben, welche die französischen Besatzer nach den Koalitionskriegen zur Finanzierung ihrer Truppen von den Städten und Gemeinden einfordern. 
An der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert droht deshalb der Turbenthaler Bevölkerung sogar eine Hungerkrise.

Mehr dazu im Buch "1200 Jahre Turbenthal", S. 103 - 105