Die Geburt der Zivilgemeinden
1815 geht das Reich von Napoleon unter. Die konservativen Kräfte Preussen, Österreich und Russland ordnen Europa neu. In der Schweiz wird die Mediationsverfassung ausser Kraft gesetzt und durch eine neue Verfassung ersetzt, die den föderalistischen Staatenbund vor 1798 wieder etabliert. Im Kanton Zürich kann die Stadt Zürich so ihre Vormachtstellung gegenüber den Landgemeinden wieder erheblich festigen.
Turbenthal im Oberamt Winterthur
Neu wird der Kanton Zürich in elf Oberämter eingeteilt, wobei Turbenthal dem Oberamt Winterthur zugeordnet wird. Die wichtigste Neuerung für das Dorf besteht aber in der Bildung von zehn Zivilgemeinden im Jahr 1822. Mit dem Aufbau der Zivilgemeinden wird auf kommunaler Ebene eine Machtteilung geschaffen, die bis ins 20. Jahrhundert hinein Bestand hat. Die politische Entscheidungsmacht liegt demnach beim Gemeinderat und bei der Einwohnergemeinde. Das örtliche Vermögen aber ist in den Zivilgemeinden konzentriert, deren Aufgaben im Aufbau und Unterhalt der Gemeindegüter, der Brunnen, Stege und Wege, in der Schaffung einer Feuerwehr und in manchem mehr besteht.
Turbenthaler Zivilgemeinden
Folgende Zivilgemeinden werden in Turbenthal ins Leben gerufen:
- Turbenthal mit dem Kehlhof
- Hutzikon mit Gyrenbad
- Neubrunn inklusive Unterspitzwies und Leerüti
- Seelmatten
- Tablat
- Oberhofen
- Ramsberg, bestehend aus der gleichnamigen Schulgenossenschaft und somit aus Ramsberg, Schnurrberg, Beeberg, Neugrüt und Hinterschürli
- Landberg, bestehend aus der Schulgenossenschaft Bühl und weiteren Höfen und somit aus Sack, Breitenlandenberg, Kümberg, Bühl, Ober- und Unterstelzen, Hofstetten, Berg, Oberspitzwies, Käfer und später noch Ebnet
- Schmidrüti mit Ruppen, Sitzberg, Kalchegg, Krinnenberg, Althaus, Schläppli, Schochen und Hausli
- Seelmatten mit den Höfen Geer, Furrershaus, Traube, Kellersacker, Kapell, Freckmünd und Gosswil.
Mehr dazu im Buch "1200 Jahre Turbenthal", S. 114 - 116