Von der Adels- zur Dorfkirche
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wandelt sich die reformierte Kirche von der Adels- zur Dorfkirche. Sichtbar wird dies an verschiedenen baulichen Veränderungen. Erweiterter Friedhof, Entfernung des Chorgestühls und ein neuer Kirchturm1862 weicht die Marienkappelle der Erweiterung des Friedhofs, und 1875 wird das spätgotische Chorgestühl herausgerissen. Die sichbarste Veränderung ist aber der neue Kirchturm, der 1903 gebaut wird. Verantwortlich für den neuen, schlanken und hohen Turm ist der renommierte Zürcher Architekt Gustav Gull. Eine neue Orgel und eine umfassende InnenrenovationAber das ist noch lange nicht das Ende der Neuerungen. Dank eines Guthabens im bereits früher angelegten Orgelfonds und einer stattlichen Einzelspende kann 1904 eine neue Orgel eingeweiht werden. 1928 veranlasst die Kirchgemeinde zudem eine umfassende Innenrenovation, in der unter anderem die spätgotische Holzdecke entfernt wird. Auch die Fragmente einer Wandmalerei werden durch ein zweiteiliges Gemälde des Turbenthaler Künstlers Alfred Marxer ersetzt. Schliesslich wird die Abdeckplatte zur Landenberger Gruft neu gestaltet. Damit ist der Wandel von der Adelskirche zur Turbenthaler Dorfkirche abgeschlossen. Mehr dazu im Buch «1200 Jahre Turbenthal», S. 183–184. |